Risikowahrnehmung des Klimawandels in Europa

Diese Studie untersucht die Rolle von Faktoren auf Länder- und Einzelebene für die Risikowahrnehmung des Klimawandels in 28 europäischen Ländern. Basierend auf der Art der Daten und der Forschungsfrage wird ein mehrstufiges geordnetes Logit-Modell verwendet. Da einzelne Beobachtungen zwischen Ländern verschachtelt sind, sind die Daten hierarchisch, was die Verwendung eines mehrstufigen Modells rechtfertigt. Die Analyse konzentriert sich auf die abhängige Variable mit geordneten Kategorien. Aufgrund ihrer inhärenten Ordnungsstruktur liefern die Antwortebenen eine aussagekräftige Rangfolge. Das geordnete Logit-Modell berücksichtigt diese ordinale Natur explizit bei der Modellierung der abhängigen Variablen. Auf Länderebene ergab diese Studie, dass die Risikowahrnehmung durch den Klimawandel mit höherem Pro-Kopf-Einkommen und geringerer Regulierungsqualität zunimmt. Der positive Effekt der Höhe des Nationaleinkommens bleibt auch dann bestehen, wenn man berücksichtigt, ob das Land in der Vergangenheit ein kommunistisches Regime hatte oder nicht. Auf individueller Ebene ergab diese Studie, dass gebildetere Personen, Menschen mit egalitären und postmaterialistischen Werten, Menschen mit einem höheren Interesse an Politik und geringeren persönlichen wirtschaftlichen Sorgen ein höheres Maß an Risikowahrnehmung für den Klimawandel aufweisen. Insgesamt nehmen Frauen das Risiko des Klimawandels stärker wahr als Männer, aber wenn jüngere Kinder zu Hause sind, verringert sich die Risikowahrnehmung von Frauen. Ebenso nimmt die Risikowahrnehmung des Klimawandels nur bei Frauen mit zunehmendem Alter ab. Eine Reihe von Robustheitsprüfungen bestätigen die wesentlichen Erkenntnisse. Die Forschung legt nahe, dass politische Entscheidungsträger in der EU die Klimapolitik und das öffentliche Engagement verbessern können, indem sie Unterschiede in Bezug auf Einkommen, Regulierungsqualität, historischen Kontext und geschlechtsspezifische Aspekte berücksichtigen. Erkenntnisse aus dieser Studie können zu einer gezielten Risikokommunikation führen. (Selim Jürgen Ergun, Zehra D. Karadeniz & M. Fernanda Rivas, mehr unter natur.com)