Emissionsquellen übersehen

Wie bereits erwähnt, fallen die am häufigsten übersehenen Emissionsquellen in den Bereich der drei Emissionen, wie z. B. Emissionen in der Lieferkette, Abfallmanagement und Pendelverkehr der Mitarbeiter. Es gibt jedoch auch eine wichtige, übersehene Emissionsquelle in Scope 2 – den Energieverbrauch von Gebäuden.

1. Energieverbrauch in Gebäuden

Bei der Berechnung des CO2-Fußabdrucks wird der Energieverbrauch in Gebäuden oft außer Acht gelassen. Ineffiziente Heiz-, Kühl- und Beleuchtungssysteme können erheblich zu den Emissionen beitragen. Darüber hinaus kann eine schlechte Isolierung und Belüftung zu Energieverlusten führen, was den CO2-Fußabdruck weiter erhöht. Gebäude sind für einen erheblichen Teil des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich und machen etwa 30 % des Gesamtverbrauchs aus. Darüber hinaus tragen sie zu 26 % der weltweiten energiebedingten Emissionen bei. Von diesen Emissionen sind 8 % auf direkte Emissionen in Gebäuden zurückzuführen, während die restlichen 18 % auf die Produktion von Strom und Wärme in Gebäuden zurückzuführen sind. Diese Statistiken verdeutlichen die erheblichen Auswirkungen des Gebäudebetriebs auf den Energieverbrauch und die Emissionen weltweit.

2. Emissionen der Lieferkette

Die Lieferkette ist ein häufig übersehener Bereich, der zu Emissionen beiträgt. Dazu gehören nicht nur transportbedingte Emissionen, sondern auch die Rohstoffgewinnung, Herstellungsprozesse und Logistik. Die Bewältigung dieser Emissionen ist der Schlüssel zu einer umfassenden Bewertung des CO2-Fußabdrucks. Um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, bieten Lieferketten erhebliches Verbesserungspotenzial. Laut McKinsey überwiegen die mit der Lieferkette eines Unternehmens verbundenen sozialen und ökologischen Kosten die Kosten seiner eigenen Geschäftstätigkeit. Tatsächlich tragen die Auswirkungen der Lieferkette zu mehr als 80 % der Treibhausgasemissionen und mehr als 90 % der Gesamtauswirkungen auf Luft, Boden, Wasser, Artenvielfalt und geologische Ressourcen bei. Diese Zahlen unterstreichen die grundlegende Bedeutung der Nachhaltigkeit innerhalb der Lieferketten und der Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung ihrer ökologischen und sozialen Auswirkungen.

3. Abfallmanagement

Nach Angaben der Europäischen Kommission sind Abfälle der viertgrößte Emissionsquellensektor und machten im Jahr 2017 3 % der gesamten Treibhausgasemissionen aus. Falsche Abfallentsorgungsmethoden können erhebliche Emissionen verursachen. Deponierung und Verbrennung tragen zu Treibhausgasemissionen und Luftverschmutzung bei. Durch die Einführung nachhaltiger Abfallmanagementpraktiken wie Recycling und Kompostierung können Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck erheblich reduzieren.

4. Pendeln und Geschäftsreisen der Mitarbeiter

Pendeln und Geschäftsreisen der Mitarbeiter können einen überraschend großen Teil des CO2-Fußabdrucks eines Unternehmens ausmachen. Die Emissionen, die mit dem täglichen Pendeln und häufigen Geschäftsreisen einhergehen, können sich schnell summieren. Die Förderung alternativer Transportmöglichkeiten, Telearbeit und Videokonferenzen können dazu beitragen, diese Emissionen zu verringern. (KI, DGB-Gruppe)